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Interview Teil 1 - Friederike Kammann über Arbeit im Familienunternehmen

Interview Teil 1 - Friederike Kammann über Arbeit im Familienunternehmen
Das Fürstenfeldbrucker Softwarehaus und Familienunternehmen CIM GmbH geht auf die Übergabe an die Nachfolgegeneration zu. Gemeinsam mit ihrer Schwester Hannelore Mayr wird Friederike Kammann das Unternehmen ihrer Eltern in die Zukunft führen. Als Verantwortliche für den Personalbereich setzt sie dabei auf neue Organisationsformen und möchte Hierarchien im Betrieb künftig vermeiden. Wir haben sie getroffen, um über die Arbeit im Familienunternehmen, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die Zukunft der Lagerverwaltungssoftware PROLAG®World zu sprechen.
Teil 1 – Unternehmen und Familie


Friederike, du bist nun schon länger bei CIM beschäftigt, oder? Wann hast du denn im Unternehmen deiner Eltern angefangen?

So lange nun auch wieder nicht. Vor zehn Jahren habe ich hier begonnen. Ich habe zu Ende studiert und habe dann bei der Allianz im Recruiting gearbeitet. Nach etwa zwei oder drei Jahren bin ich dann bei CIM eingestiegen. Angefangen habe ich dort im Marketing, weil es da gerade notwendig war. Der Kollege damals ist gegangen, habe also Marketing-Aufgaben mitübernommen und Personalaufgaben gemacht.
Im Rahmen meines BWL-Studiums habe ich Wirtschaftspsychologie studiert, um genau zu sein Arbeits- und Organisationspsychologie. Da habe ich an dem Lehrstuhl meinen Schwerpunkt auf Bewerberauswahl, Recruiting, Personalführung und Arbeitsrechtliche Themen und so etwas gelegt.

Weshalb bist du in das Unternehmen deiner Eltern eingestiegen?

Für mich war eigentlich schon im Studium klar, dass ich nach einigen Jahren in der Wirtschaft in das Familienunternehmen einsteige. Ich habe es schon immer als eine Riesenchance gesehen, hier etwas zu gestalten und das weiterzuführen, was meine Eltern aufgebaut haben.

Was waren deine ersten Eindrücke, als du bei CIM angefangen hast?

Damals, als ich angefangen habe, da waren wir vielleicht dreißig oder vierzig Leute. Wir sind jetzt fast 100 Mitarbeiter*innen. Personaltechnisch war früher kaum etwas zu tun für mich. Das Unternehmen war wirklich ganz anders. Es war viel kleiner, wir hatten noch kein Büro in Münster, keines in Berlin, noch nirgends eines außer in Fürstenfeldbruck. Es war deutlich zentralisierter, man könnte fast sagen familiärer, wobei wir das heute auch noch sind. Aber wo heute unser Marketingbüro ist, war eine Kantine, in der zwei Tische extra für die CIM Mitarbeiter reserviert waren. Da haben alle gemeinsam zusammen Mittag gegessen. So waren die Strukturen. Sehr familiär. Sehr klein. Sehr beschaulich. Wir haben trotzdem da schon angefangen, Vertriebskollegen für den nördlichen Bereich einzustellen, die waren dann ein halbes Jahr da und sind dann nach Münster und Berlin. Das waren die Anfänge der dezentralen Arbeitsweise. Inzwischen haben wir in Münster ein Büro mit sieben Mitarbeiter*innen. Das hat sich schon verändert.

Wie hat sich deine Arbeit im Laufe der Jahre verändert?

Ich habe sehr operativ begonnen. Also im Marketing Website-Texte geschrieben, Präsentationen für den Vertrieb erstellt und so weiter. Wir waren zu zweit im Marketing, aber im Grunde war es eine Stelle, die wir uns geteilt hatten. Wir haben uns da sehr eng abgestimmt. Im Laufe der Jahre hat sich das verändert. Heute arbeite ich deutlich mehr am Unternehmen, an den Strukturen und der Organisation. Ein wichtiger Faktor ist auch der Generationenwechsel. Die Strukturen zu schaffen, wie wir das hinbekommen, das ist schon eine große Herausforderung. Das nimmt einen großen Teil meiner Arbeit ein. Ich arbeite inzwischen sehr koordinativ und auf mehreren Ebenen. Dadurch, dass ich jetzt auch bei der Organisationsentwicklung mitmache, bin ich bei Besprechungen der Projektleiter mit dabei, bei der Wartung, ja im Grunde in sämtlichen Bereichen. Das hat sich vor allem in jüngerer Zeit geändert.

Du bist zweifache Mutter und hast auch schon Teilzeit gearbeitet. Wie schaffst du es, Beruf und Familie vereinbar zu halten?

Ich weiß nicht, ob ich das gut schaffe. Das beides unter einen Hut zu bekommen, ist sicherlich eine sehr große Herausforderung. Als Mutter hat man einen Verantwortungsbereich, den man nicht einfach abgeben kann. Einerseits sind da zahllose Aufgaben, die gemacht werden müssen. Organisatorisches für die Kinder und deren Umgebung, Schule und Kindergarten und so weiter. Und dem möchte ich natürlich gerecht werden: Zeitmanagement und Organisation sind das Wichtigste, um zwischen Geschäft und Haushalt noch Räume für die Kinder und die Familie zu schaffen. Und zwar ohne die Kinder in eine Vollzeitbetreuung zu geben, zumindest, wenn sich das vermeiden lässt. Die Zeit mit den Kindern hat für mich eine hohe Priorität und ich genieße das sehr. Was man nicht vergessen sollte, ist dass der Alltag mit einer Familie im Hintergrund durchaus auch anstrengend sein kann. Wenn ich um neun Uhr in die Firma komme, dann habe ich für gewöhnlich schon gefühlt einen halben Tag hinter mir. Da sind gerne schon mehrere Dramen durchgestanden, vom Zähne putzen in der Früh über das Schuhe anziehen bis hin zum Wutausbruch vor dem Kindergarten, weil die Brotzeit nicht richtig gepackt ist (lacht). Der Szenenwechsel vom Elterndasein zur Firma ist da mitunter schon anstrengend. Denn auch im Unternehmen gibt es Konflikte, die ebenso ernst genommen werden wollen. Die sind vielleicht anders, aber trotzdem vorhanden.

Was hilft konkret bei CIM, um das Familienleben mit der Arbeit besser in Einklang zu bringen?

Naja, also vor allem ist ein hohes Bewusstsein für Familien in dem Unternehmen vorhanden. Ich denke, das ist das Wichtigste, weil man sich darauf verlassen kann, dass von Seiten der Kolleg*innen ein großes Verständnis vorhanden ist. Das ist nicht selbstverständlich, aber genau das ermöglicht sehr viel. Teilzeitlösungen werden bei uns individuell zugeschnitten und dank unserer flexiblen Home-Office-Lösung können wir die Fahrtzeiten erheblich verkürzen, was für Familien schon hilfreich sein kann. Da hat die Pandemie natürlich auch noch einen Schub gebracht, was die Akzeptanz und die Umsetzbarkeit von Home-Office angeht – aber auch, wenn im Hintergrund mal die Tochter oder der Sohn durch das Bild läuft. Früher wäre das ein No-Go gewesen, aber heute ist das in den meisten Situationen wirklich okay.

Hat das Familienleben deine Arbeit verändert?

Als ich mein erstes Kind bekommen habe, habe ich Elternzeit genommen. Wir mussten die Marketingstelle daher nachbesetzen, was wiederum dazu geführt hat, dass sich mein bisheriger Tätigkeitsbereich deutlich mehr in Richtung Personal verschoben hat. Zudem ist das Unternehmen enorm gewachsen, weshalb es immer wichtiger wurde, dieses Wachstum zu organisieren und in Bahnen zu lenken. Dem habe ich mich dann angenommen. Interessant daran ist schon, dass sich die Fähigkeiten, die man als Elternteil in Sachen Organisation lernen muss, sehr gut mit meinen dann neuen Tätigkeiten im Unternehmen ergänzt haben. Klar, Familienmanagement ist anders als das eines Unternehmens. Aber auch hier muss man im Endeffekt darauf achten, dass die organisatorischen Maßnahmen, die man ergreift, mit der Firmenkultur übereinstimmen. Gerade im Generationenwechsel wird das besonders aktuell. In der Familie ist das ähnlich. Egal, wie man sich als Familie organisiert, es muss zu den Familienmitgliedern passen und nicht gegen sie gehen.

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